Alles Bio: 6 Gründe, warum auch du auf Bio-Lebensmittel umsteigen solltest

Durch die zunehmende Berichterstattung zu Umweltkatastrophen und Lebensmittelskandalen fangen viele von uns an die eigenen Gewohnheiten zu überdenken. Wir werden als Konsumenten immer kritischer bei unserer Produktwahl. Wo kommt das Produkt her? Wie wurde es hergestellt? Was steckt dahinter? Kann ich es bedenkenlos essen? Gleichzeitig wächst bei vielen Menschen das Bewusstsein für die eigene Ernährung und die Auswirkung vom eigenen Konsum auf das Klima.
Eine Möglichkeit seinen ökologischen Fußabdruck zu minimieren ist der Kauf von Lebensmitteln, welche aus ökologisch kontrolliertem Anbau stammen.

Doch was genau wird unter „ökologisch kontrolliertem Anbau“ verstanden?
Der ökologisch kontrollierte Anbau ist eine Form der Landwirtschaft, welche ökologisch nachhaltige Techniken nutzt, um die Bodenproduktivität zu erhalten. Außerdem wird auf den Einsatz von chemischen Düngemitteln und Pestiziden verzichtet.
Für den Anbau von Bio-Lebensmitteln wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, bei welchem der landwirtschaftliche Betrieb als Teil des natürlichen Kreislaufs verstanden wird. Somit versuchen Bio-Landwirte im Einklang mit der Natur zu agieren, anstatt diese auszubeuten.

Es gibt eine Vielzahl von Gründen, sich vermehrt mit dem Thema Bio auseinandersetzen.

Grund 1: Die Gesundheit. Bio-Lebensmittel sind gesünder! Aktuell ist nicht erforscht, wie das Zusammenspiel zwischen chemischen Pflanzenschutzmitteln, Zusatzstoffen, Medikamentenrückständen und Hormonen auf unseren menschlichen Körper einwirkt. Grenzwerte gibt es zwar, aber diese gelten nicht für die gesamte Menge an Chemikalien, welche sich in konventionellen Lebensmitteln ansammeln können. So stehen zum Beispiel Pestizide in Verdacht eine krebserregende Wirkung zu haben oder die Fruchtbarkeit von Frauen zu stören.  Da in der Bio-Landwirtschaft keine chemischen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, sind die Lebensmittel hochwertiger, haben einen intensiven Eigengeschmack und enthalten mehr Vitamine und Mineralstoffe.

Grund 2: Der Klimaschutz. Die Bio-Landwirtschaft hilft dabei, das Klima zu schützen! Durch den Verzicht auf Kunstdünger wird 1/3 weniger Energie verbraucht. Außerdem sind Böden, die mit organischem Dünger behandelt werden, humusreicher. Als Humus wird die Gesamtheit an organischen Substanzen im Boden bezeichnet, welche wichtige Nährstoffe enthält und einen Lebensraum für zahlreiche Lebewesen bildet. Außerdem besitzt er die Fähigkeit, CO2 im Boden zu binden. Je mehr CO2 im Boden gebunden wird, desto besser wirkt sich dies letztendlich auch auf unser Klima aus. Noch dazu werden weniger energieintensive Zusatzstoffe eingesetzt, es entstehen weniger Treibhausgase und es wird weniger Müll produziert. Der CO2-Fußabdruck ist deshalb deutlich geringer, als in der konventionellen Landwirtschaft.

Grund 3: Die Gentechnik. In der Bio-Landwirtschaft ist Gentechnik verboten! Gentechnik meint die künstliche Veränderung des Erbguts von Organismen. Durch gentechnische Eingriffe kann zum Beispiel der Ertrag gesteigert werden. Gentechnisch veränderte Pflanzen stören jedoch das Gleichgewicht von Ökosystemen und belasten diese. Mögliche toxische Auswirkungen auf den Menschen sind bisher nicht erfasst worden. Jedoch sollen gentechnisch veränderte Lebensmittel und Antibiotikaresistenz, sowie Allergieanfälligkeit in engem Zusammenhang miteinander stehen. Die Bio-Landwirtschaft hingegen schützt den Genpool durch den Erhalt traditioneller Pflanzensorten und -rassen.

Grund 4: Das Wasser. Durch Bio-Landwirtschaft wird unser Grundwasser geschützt! Synthetische Düngemittel aus der konventionellen Landwirtschaft führen zu sehr hohen Nitratwerten in den Böden. Das Nitrat gelangt über tiefe Bodenschichten in das Grundwasser und kann da zu einer großen Gefahr für Babys, Kleinkinder und unter besonderen Voraussetzungen auch für Erwachsene werden.  Außerdem wird das gesamte Ökosystem belastet, da es zu Vergiftungen von Lebewesen, wie zum Beispiel Bienen, kommen kann.

Grund 5: Der Boden. Im Mittelpunkt der Bio-Landwirtschaft stehen bodenbildende Praktiken! Im Gegensatz zu konventionellen Praktiken, welche den Boden auslaugen, wird die Bodenbildung durch Bio-Landwirtschaft gefördert. Da die Produktivität des Bodens verbessert wird, werden Flora & Fauna geschützt. Der Nährstoff- und Energiekreislauf wird optimiert, wodurch das gesamte Ökosystem profitiert.

Grund 6: Die Transparenz. Bei Bio-Lebensmitteln müssen alle Inhaltsstoffe deklariert werden! Insgesamt sind über 400 Zusatzstoffe in Lebensmitteln erlaubt, welche nicht immer deklarierungspflichtig sind. Die zugesetzten Stoffe sind oft Allergieauslöser und können zum Beispiel bei Kindern zu Hyperaktivität führen. Außerdem können wir beim Kauf von Bio-Lebensmitteln den gesamten Herstellungsprozess nachvollziehen und sogar durch Kontrollnummern feststellen, von welchem Hof unsere Produkte stammen.

Die genannten Gründe zeigen, dass die Landwirtschaft eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung unserer Gesellschaft einnimmt. Unsere Biobauern sind Hüter der biologischen Artenvielfalt und zeichnen sich durch einen respektvollen Umgang mit Mensch, Tier und Umwelt aus. Das kommt sowohl unserer Gesundheit und unserem Klima zu Gute.
Durch unsere Kaufkraft können wir ein weniger umweltbelastendes landwirtschaftliches System unterstützen und nachkommenden Generationen ein intaktes Ökosystem mit großer Biodiversität hinterlassen. So schmeckt der nächste Einkauf gleich doppelt gut – oder?

 


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