Maniok, Kochbanane und zu viel Chicha

Nach fast zwei Jahren und einer globalen Pandemie war es im Oktober für einen Teil des el origen Teams endlich wieder möglich nach Ecuador zu reisen, um nicht nur unsere Kooperativen und die Produktionsstätte, sondern auch neue Partner für spannende Neuprodukte zu besuchen.

Unsere liebe Nele, Head of Supply Chain bei el origen, hat die Highlights der Reise in den Ursprung für euch festgehalten:

„Gestartet sind unser Gründer Gordon und ich nach einem langen Flug um den halben Globus in Ecuadors Hauptstadt Quito. Nach kurzer Akklimatisierung und etwas Sightseeing ging es für uns dann direkt mitten in die Amazonasregion, um mit den Farmer:innen unserer Kooperativen zu sprechen und mehr über den Anbau von Bio Maniok und Kochbanane zu erfahren.

Angekommen in Pucachigta in der „La Isla“ Region, lernten wir Farmer Alex kennen und erfuhren, dass das Gebiet vor nur 20 Jahren noch ein Strand gewesen ist. In La Isla wird aufgrund des sandigen Bodens hauptsächlich Yuca (Maniok) angebaut. Sandiger Boden eignet sich für den Anbau von Maniok optimal. Vor Ort findet man aber auch verschiedene andere Pflanzenarten, so wie u.a. Kochbananen, Obstbäume, Papaya, Guave oder Avocado. Das traditionelle Anbausystem der indigenen Kichwa-Gemeinden ist durch den Mischanbau gekennzeichnet. Dies nennen die Kichwa „Sistema Chakra“, hier wächst also alles gemeinsam und im Einklang.

Bei einer kurzen Verschnaufpause kamen wir dann auch zum ersten Mal in den „Genuss“ von Chicha. Chicha ist eine Art Maniok-Bier, welches im Andenraum Lateinamerikas als Grundnahrungsmittel gilt, da es sehr sättigend ist. Gleichzeitig wird Chicha häufig als Willkommensgetränk ausgeschenkt. Chicha wird durch Speichel fermentiert und daher gelegentlich auch liebevoll „Spuckebier“ genannt. 😳 Die Maniokwurzel wird weich gekocht und anschließend zerstampft, bevor Teile der Masse gekaut und wieder in den Topf gegeben werden. Danach kommt Wasser hinzu, während die Maniokmasse mit den Händen ausgewrungen und gesiebt wird. Zum Schluss wird das Getränk zur Fermentation mindestens einen Tag stehen gelassen. Klingt richtig lecker, oder? 🥴

Nun ja, da mussten wir nun durch, denn es gilt als sehr unhöflich, Chicha als Geschenk abzulehnen. Und da wir nicht nur Farmer Alex und seine Familie sondern auch noch weitere Kooperativen besucht haben, könnt ihr euch ausmalen, dass wir uns weit mehr als eine Runde Chicha gönnen durften… Haben wir eigentlich schon erwähnt, dass Chicha auch einiges an Umdrehungen enthält?

Ein weiterer Stopp der Amazonasreise brachte uns auf die Bio Kochbananen Plantage von Imelda (66). Imelda baut nicht nur selbst Bio Kochbanane an, sondern ist auf der Insel der Zone "Ahuano" für die Kooperative Wiñak auch die Koordinatorin der Farmer:innen und kümmert sich u.a. um die gerechte Zuteilung der Bezahlung. Wir wurden sehr offen und herzlich empfangen und es war sehr interessant alles über die Felder und den Anbau aus erster Hand zu erfahren. Interessant war zudem, dass die Felder in verschiedene Parzellen aufgeteilt und von einer ganzen Familie bewirtschaftet werden. In der Gemeinschaft der Kichwas ist es Tradition, dass die Eltern ihren Kindern Land zum Anpflanzen zuteilen und dies über Generationen hinweg weitergegeben wird. Imelda hat uns außerdem erklärt, dass die Kochbananenplantagen in der Region von starken Winden geplagt sind und die Farmer:innen daher bis zu 20% der Ernte verlieren. Daher ist ein fairer Kilopreis umso wichtiger für die Aufrechterhaltung der Kooperative, damit die Familien auch weiterhin gut davon leben können. Von den alltäglichen Herausforderungen persönlich vor Ort zu erfahren, war für uns sehr aufschlussreich. Es hat uns noch mal mehr gezeigt, wie bedeutend dabei unsere direkte Zusammenarbeit mit den Partnern in Ecuador ist.“

Ihr wollt wissen wie die abenteuerliche Reise weitergeht? Teil 2 der Reise folgt. Stay tuned!


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